Trotz des schnellen Eingreifens der Handwerker, die morgens direkt das Wasser abstellen konnten, waren durch den Rohrbruch große Mengen Wasser unkontrolliert ausgetreten und in die Bausubstanz eingedrungen. Besonders betroffen waren zwei Holzbalkendecken, welche sich im Erdgeschoss und im ersten Stock befanden. Infolge der Wassereinwirkung hatten sich die Lehmausfachungen in beiden Geschossen vollgesogen. Die sofortige Sichtung durch die Baufachberater ergab, dass die Statik der betroffenen Decken akut gefährdet war. Die Kombination aus durchfeuchteten Holzbalken und aufgeweichtem Lehm führte zu einer deutlichen Verformung der Decke. Es bestand die Gefahr eines teilweisen oder gar vollständigen Einsturzes. Glücklicherweise befanden sich wegen der Sommerferien keine Schüler im Gebäude und der betroffene Bereich konnte direkt großräumig abgesperrt werden.
In Abstimmung mit der Schulleitung wurde das THW aus Bad Homburg mit den erforderlichen Sicherungsmaßnahmen beauftragt. Mittels massiven Abstützsystemen wurde die Decke provisorisch gesichert, um ein weiteres Durchbiegen und einen möglichen Einsturz zu verhindern. Hierfür entfernten die THW-Helfenden zuerst die Deckenplatten der abgehängten Decke großflächig, um die darüberliegende Tragstruktur erkennen zu können. Im Anschluss wurde im Erdgeschoss die Decke gestützt. Nachdem wieder ein tragfähiger Zustand hergestellt worden war, wurde im ersten Stock mit den Sicherungsarbeiten weitergemacht. Wichtig war dabei, dass die Stützen in beiden Stockwerken direkt übereinander angeordnet wurden, um eine durchgehende Kraftableitung gewährleisten zu können. Aufgrund des umfangreichen Materialbedarfes wurden weitere Einheiten aus dem THW-Ortsverband Hofheim hinzugezogen.
Der Einsatz zeigte, wie wichtig ein schnelles und koordiniertes Vorgehen bei Wasserschäden in Gebäuden mit sensibler Bausubstanz ist. Die Einwirkung von Wasser auf Holzkonstruktionen kann innerhalb kurzer Zeit zu erheblichen statischen Problemen führen, insbesondere bei traditionellen Bauweisen wie Lehmausfachungen. Dank des schnellen Eingreifens der Baufachberater in engem Zusammenspiel mit den eingesetzten THW-Kräften und der Schulleitung konnte die Gefahr des Gebäudeeinsturzes abgewendet und der Schaden begrenzt werden.
Der TeBeBau aus Frankfurt bedankt sich für die konstruktive und kollegiale Zusammenarbeit mit den THW-Kräften und besonders für den konstruktiven Austausch mit den Baufachberatern aus Bad Homburg, Wiesbaden und Hofheim. Ein besonderer Dank gilt der Schulleitung sowie dem Stadtarchiv Bad Homburg, welche mit aussagekräftigen Bauplänen rasch helfen konnten.