Fachgruppe Hochwasser im Rahmen der Örtlichen Gefahrenabwehr

Im Rahmen der örtlichen Gefahrenabwehr (ÖGA) stellt der Ortsverband Frankfurt zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr Rödelheim eine Sondereinheit "Hochwasser".

Die Aufgaben dieser Sondereinheit sind wie folgt festgelegt:

  • Sandsack Logistik
  • Hochwasserschutz
  • Unterstützung bei Technischen Hilfeleistungen bei Einsatzlagen an und auf Gewässern nach Weisung der Technischen Einsatzleitung

Die Fachgruppe geht aus dem bisherigen "Gewässerschutzzug" hervor, der am 12. September 1987 gegründet und dessen Aufgabenspektrum insbesondere im Bereich Hochwasserschutz erweitert wurde.

Das aktuelle Ausbildungs- und Ausrüstungskonzept wird seit dem 01. Januar 2006 umgesetzt.

Weiterhin stellt die Branddirektion der Einheit zwei Abrollbehälter-Hochwasserlogistik (Ab-HWL) zur Verfügung, die gemeinsam mit der Einheit entwickelt wurden. Die Abrollbehälter sind im THW OV Frankfurt stationiert.

 

Vom Gewässerschutzzug zur Fachgruppe Wasser

Die Beziehungen zwischen Frankfurter Hilfsorganisationen waren schon immer sehr gut gewesen.
Dies mündete in der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Hilfsorganisationen (AGFH).

Um die besondere Verbindung vom Technischen Hilfswerk (THW) und der Feuerwehr Frankfurt zum Ausdruck zu bringen und eine damalige Lücke im Einsatzspektrum zu schließen, hatten der damalige Branddirektor Prof. Ernst Achilles, der Ortsbeauftragte des THW Jürgen Maier und Stadtbrandinspektor Hans Wagner die Idee zur Gründung des Gewässerschutzzuges (GWZ) Frankfurt.

Die Freiwilligen Feuerwehren Hausen und Rödelheim, vertreten durch deren damalige Wehrführer Ludwig Bartel und Dieter Wolfarth, hatten auf Grund ihrer Nähe zum Industriehof und somit zur Unterkunft der Bundesanstalt, schon früh Kontakt zum THW.
Im Laufe der Jahre verabschiedete sich die Hausener Wehr jedoch wieder aus der Zusammenarbeit um sich ganz dem eigentlichen Brandschutzauftrag widmen zu können.

Primäre Aufgabe des 1987 gegründeten Gewässerschutzzuges war die Ölschadensbekämpfung auf und an Gewässern.
Es wurde viel praktisch geübt:  zu Wasser lassen der Arbeitspontons und slippen der Boote, Vorbereiten und Ausbringen der Ölschlängel, Materialkunde und theoretische Fachkenntnisse zum Thema Öl und Gegenmaßnahmen gehörten natürlich auch zum Spektrum ebenso wie gemeinsame Unterrichte mit dem Wasserrettungszug.

Herausragende Einsätze:

Der erste Einsatz des GWZ war direkt 1987 eine größere Ölverunreinigung auf dem Jakobiweiher, im Volksmund auch Vierwaldstädter See genannt.
Bei Reinigungsarbeiten an einem Öltank wurden ca. 100 Liter Heizöl über einen Regenwasserkanal in den See gespült. Zusammen mit der Berufsfeuerwehr und der Deutschen Lebens-Rettungs -Gesellschaft (DLRG) wurde der Öleintrag ins Gewässer gestoppt und mit Bindemittel dem Ölfilm der Garaus gemacht.
Ebenso das Fischsterben in der Nidda nach dem versehentlichen Einleiten von Natronlauge in Höhe der Gemarkung  Bad Vilbel am 08.August 1991. Zwei Tage lang wurden im Hochsommer tote Fische eingesammelt.
Weiterhin konnte die Einheit nach einer Schiffskollision auf dem Main im Mai 2001 in Höhe der Friedensbrücke mit Ölsperren vor der Schleuse Griesheim und mit Booten die Einsatzmaßnahmen unterstützen.

Trotzdem der GWZ allseits bekannt war, kam er leider recht selten zum Einsatz, Gespräche ergaben, dass das Einsatzspektrum „ÖL“ mittlerweile bis auf Großschadenslagen autark durch die Berufsfeuerwehr abgedeckt werden kann.

Die Fachgruppe WASSER

So kam es dann mit der Neustrukturierung der Leitstelle und der gesamten Einsatzpläne auch zum Überdenken des Konzeptes des GWZs.
Aus dem einstigen GWZ wurde die Fachgruppe WASSER mit dem neuen primären Aufgabenfeld des mobilen Hochwasserschutzes – weiterhin ist die Einheit aber auch für Wasserförderung und –Rückhaltung sowie weiterhin für Ölschadenbekämpfung auf und am Wasser bei größeren Schadensfällen zuständig und unterstützt die eingesetzten Einheiten bei größeren Einsatzmaßnahmen in diesem Bereich.

Die Einheit erhielt hierfür zwei identische Abrollbehälter „Hochwasserlogistik“, auf denen u. a. 208 Meter Quickdamm-Sand verladen sind. Darüber hinaus kann die Einheit mit den in Frankfurt vorhandenen Sandsackfüllanlagen einen Sandlogistikplatz errichten, um zentral eine großen Anzahl von Sandsäcken bereit zu stellen.

Die Kameraden bildeten sich gemäß dem neuen Konzept fort. So hat die Einheit mittlerweile einige Fachberater „Deichverteidigung“ in ihren Reihen, die der Einsatzleiter vor Ort anfordern kann und die bei der Deichmeisterei des Regierungspräsidiums in Biebesheim ausgebildet wurden. Die Fachgruppe hat darüber hinaus Bootsführer, Rettungsschwimmer und selbstverständlich auch Verbandsführer für die Unterstützung bei überörtlichen Tätigkeiten.

Die Einheit besteht aktuell aus der Freiwilligen Feuerwehr Rödelheim mit ihren Löschfahrzeugen, einem Wechselladerfahrzeug mit diversen Abrollbehältern und dem Mannschaftswagen, sowie einen THW-Logistiktrupp mit einem Mannschaftslastwagen (Pritsche/ Plane) und einem ELW1.
Das THW Frankfurt stellt weiterhin mit ihrer Ölseparierungsanlage (SepCon) die Ölschadenskomponente sicher, sofern diese nicht überörtlich gebunden ist oder sich im Voralarm befindet.

Darüber hinaus ist im Sonderschutzplan Sandsacklogistikvgeregelt, dass den Sandlogistikplatz das THW führt und hierbei von Fachberatern der Rödelheimer Wehr unterstützt wird, die sich primär um die Einweisung in die Bedienung der Sandsackfüllanlagen kümmern.

Seit Dezember 2017 hat die Rödelheimer Wehr den neuen Abrollbehälter „Löschwasserversorgung“ des hessischen Katastrophenschutzes übernommen. Mit diesem Modul ist es möglich große Mengen Löschwasser bzw. noch größere Mengen Lenz-Wasser zu fördern.
Da dieser Abrollbehälter in der normalen Alarm und Ausrückeordnung berücksichtigt ist, wurde dieser seit der Indienststellung bereits zu zwei Lagerhallenbränden alarmiert.

Darüber hinaus übernimmt die Feuerwehr Rödelheim federführend ab April 2018 die Fachgruppe Katastrophenschutzlager-Logistik. Geplant ist hier eine personenbezogene standortübergreifende Fachgruppe zu etablieren, um nicht eine Feuerwehr vollständig hierfür zu binden und vor allem auch eine dezentrale Einsatzfähigkeit zu gewährleisten. Theoretisch könnte so aus jeder Frankfurter Wehr eine Person mit in die Fachgruppe kommen, diese wäre somit hervorragend aufgestellt und keine der anderen Wehren wäre in der generellen Einsatzbereitschaft beeinträchtigt. Nachdem die Einheit bereits 2017 und im ersten Quartal 2018 bei größeren Einsatzlagen das Übergangslager betreute, erfolgte im April der Umzug in das neu gebaute Katastrophenschutzlager in der Feuerwehrstraße 5. Hier stehen nun ein Hochregallager mit 1000 Palettenstellplätzen und 14 LKW – Stellplätze, primär für Katastrophenschutz – Fahrzeuge und Geräte bereit.

Einsatz Römer 01/2011
Einsatz Römer 01/2011
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Hochwasserschutzausbildung 10/2012
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Einsatz 07 / 2014
Sandsack Logistik Platz